Dr. Thomas Fenner: Labordiagnostik bei Schimmelpilzexposition

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Die Labordiagnostik bei Schimmelpilzbelastungen unterteilt sich in zwei unterschiedliche Vorgehensweisen. Zum einen besteht die Möglichkeit des Nachweises des Schimmelpilzes im Innenraum selbst.

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Beschreibung

Dr. Thomas Fenner: Labordiagnostik bei Schimmelpilzexposition

Die Labordiagnostik bei Schimmelpilzbelastungen unterteilt sich in zwei unterschiedliche Vorgehensweisen. Zum einen besteht die Möglichkeit des Nachweises des Schimmelpilzes im Innenraum selbst. Zum anderen versucht man diagnostisch die Reaktion der betroffenen Personen in einem schimmelpilzbelasteten Umfeld hinsichtlich der individuellen Reaktion und seiner individuellen Entgiftungsmöglichkeiten einzugrenzen, um daraus auch eine Therapiestrategie abzuleiten.

Der Nachweis von Schimmelpilzen in Innenräumen kann orientierend über sog. Sedimentationsplatten erfolgen. Mit dieser Methode kann semiquantitativ ermittelt werden, ob eine Belastung der Innenraumluft mit Schimmelpilzsporen stattfindet. Diese Meßmethode ist ungenau, abhängig von Feuchtigkeit der Luft, Öffnungszeit, Ausstattung der Wohnung und Standort der Platten abhängig. Parallel dazu können aus befallenen Feuchtigkeitsschäden, auf denen sichtbar ein Wachstum von Schimmel stattfindet zur Anzucht und Typisierung eingeschickt werden.

Eine genauere Abgrenzung ermöglicht die Luftkeimmessung mit einem Luftkeimsammler. Hier werden Messungen aus Innen- und Außenluft durchgeführt, die dann eine Aussage hinsichtlich Konzentration, möglicher Kontaminationsquellen und Art der Schimmelpilze zulassen. Den unterschiedlichen Schimmelpilznachweisen im Innenraum ist gemeinsam, dass neben der Belastungsabschätzung, für weitere Labortestungen des Betroffenen der Erreger vorliegt, der auch in der Wohnung anzutreffen ist. Für einige humanmedizinische Testverfahren ist erforderlich, auf die individuellen Schimmelpilze in der Wohnung zurückgreifen zu können. Die Luftkeimmessung sollten auch immer mit einer Begehung der Wohnung einher gehen, um Feuchtigkeitsschäden nachzuweisen. Die Anwesenheit von Schimmel ist immer von Feuchtigkeit abhängig.

Die Untersuchung des Betroffenen/Erkrankten unterteilt sich ebenfalls in unterschiedliche Vorgehensweisen mit verschiedenen Testmethoden. Allgemeine Laborparameter wie C-reaktives Protein (CRP) Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) und die Bestimmung des großen Blutbildes erlauben die Aussage, ob eine akute oder chronische Infektion vorliegt. Spezialparameter wie die Lymphozytendifferenzierung (T4/T8), Immunglobuline oder die Elektrophorese können Aufschluss über die generelle körpereigene Abwehrlage, mit bestimmten Infektionserregern wie Bakterien, Viren oder Pilzen fertig zu werden, geben. Die Nierenfunktion mit Kreatinin, Harnsäure und Harnstoff und die Leberfunktion mit Cholinesterase und yGT sollte ebenfalls als Vitalparameter überprüft werden.

Spezifischere Testverfahren sind der Ausschluss einer Allergie vom Soforttyp, die an das Immunglobulin E gebunden ist, oder die Immunreaktion vom verzögerten Typ, die Immunglobulin G gebunden ist. Bei der Allergie vom Soforttyp erlaubt die Bestimmung des Gesamt-IgE eine Aussage, ob eine Allergie vor liegt. Mit sog. Gruppenantigenen kann im positiven Fall nachgewiesen werden, ob diese Allergie auch gegen verschiedene Schimmelpilze gerichtet ist. Auch die Einzelallergene stehen zur Verfügung, so dass man in der Regel gegen die häufigsten Schimmelpilze die z.B. mikrobiologisch in einer Wohnung nachgewiesen wurden, die persönliche Empfindlichkeit prüfen kann. Gleichzeitig sollte mit einem PRIK-Test, bei dem einzelne Schimmelpilzextrakte in die Haut eingeritzt werden, die Empfindlichkeit auf einzelne Schimmelpilzspezies nachgewiesen werden. Weitere Methoden sind nasale Provokationsteste oder der sog. RAST-Test aus dem Blut. Liegt keine Allergie vom Soforttyp vor, kann der Nachweis eine Immunreaktion vom verzögerten Typ vorgenommen werden. Hier können die klinischen Beschwerden sehr unterschiedlich ausfallen und von Kopfschmerzen, Mattigkeit, Abgeschlagenheit, Gelenkbeschwerde u.v.m. reichen. Leider tragen nicht alle gesetzlichen Krankenkassen in diesem Fall den indizierten Lymphozyten Transformationstest (LTT). Der Vorteil des LTT ist auch, dass ganz individuell ausgetestet werden kann, ob der betroffene Patient auf die in der Wohnung nachgewiesenen Schimmelpilze reagiert.

Ein etwas weniger sensitives Verfahren zum vorscreenen wäre hier der Nachweis von präzipitierende Antikörpern gegen Schimmelpilze im Blut. Häufig ist die Meinung vertreten, dass man bei einer Schimmelpilzexposition in der Wohnung diese auch in Trachealsekret oder im Stuhl als Ausscheidungsprodukte nachweisen kann. Dies sind nicht validierte Methoden, die keinen klinischen Bezug aufweisen. Ebenso ist der Nachweis von Candida Antigen oder Aspergillus Antikörpern im Blut kein Nachweisverfahren, mit dem eine Expostion nachgewiesen werden kann. Beide Verfahren komme nur in der Intensivmedizin bei schwer immunsuppremierten Patienten, Tumorpatienten, knochen-markstransplantierte oder HIV-Patienten in lebensbedrohlichen Situationen mit hohem Fieber sinnvollerweise zum Einsatz.

Aussage über die Belastung des Immunsystems oder die individuelle Entgiftungsleistung geben die Bestimmung z. B. der Vitamine E, C, B6, B12, oder der Spurenelemente Selen und Zink.

Spezielle Aussagen über die Entgiftungsleistung erlauben die Bestimmung bestimmter Entgiftungsenzyme wie Gluthation, NAD, Superoxiddismutase oder das Malondialdehyd.

Weitere Laborparameter sind individuell von den angegebenen klinischen Beschwerden zur Abwägung der Differentialdiagnosen notwendig und werden hier nicht weiter aufgelistet.

Eine recht junge Disziplin ist die Pharmakogenetik. Sie untersucht die angeborenen, genetisch bedingten Faktoren, die eine reduzierte Entgiftungsleistung eines Patienten individuell erheblich beeinträchtigen können. Hierzu zählen die Glutahthion-S-Transferase, das NAT-Genom, die Superoxiddismutase oder die verschiedenen genetisch festgelegten Cytochrom P450 Enzyme der Leber. Kommt es bereits angeboren zu einem Ausfall oder Mangel bestimmter Entgiftungsenzyme, so muss der Körper aufwendige Nebenwege zur Entgiftung von Schimmelpilzgiften oder flüchtigen Substanzen die Schimmelpilze freisetzen. Resultat ist in diesen Fällen bei Schimmelpilzkontakt eine ausgeprägtere klinische Beschwerdesymptomatik. Weitere Informationen zu einzelnen Laborparametern oder diesem Thema finden sie z.B. auch unter www.fennerlabor.de.

Über Dr. Thomas Fenner:

Studium der Humanmedizin in Hamburg, Freiburg i. Breisgau, Wien/ÖsterreichFacharzt Mikrobiologie, Laboratoriumsmedizin, Zusatzbezeichnung Umweltmedizin und Infektiologie, Fachkunde Krankenhaushygiene

Aufbau und aufsichtsführender Facharzt der Zentraldiagnostik des Bernhard Nocht Institutes für Tropenmedizin Hamburg (BNI)bis heute assoziiertes Mitglied des BNI

Niedergelassener Facharzt im MVZ Dr. Fenner und Kollegen

Obmann des Berufsverbandes für Mikrobiologie in Hamburg

Leitung Qualitätszirkel MCS der KV-Hamburg

Veröffentlichungen von Büchern:

1985 Kurzlehrbuch Immunologie im Jungjohannverlag in Neckarsulm

1993 Diagnostik von Probleminfektionen im Schattauerverlag Stuttgart

1996 Ökomanagement in Klinik und Praxis im Schattauerverlag

1998 im Schattauerverlag Stuttgart. Therapie von Infektionen 2003 II. Auflage

sowie diverse Mitautorenschaften

Lieferung: Video-DVD; Spieldauer: ca. 22 Min.; Format: 16:9, produziert mit 1 Kamera
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Zusätzliche Information

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