Dr. Detlef Bock: Standardisierte Analyse und Sanierung von Schimmelpilzschäden in Innenräumen

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Da sich der moderne Mensch den größten Teil des Tages – etwa 20 Stunden – in geschlossenen Innenräumen aufhält, kommt der Qualität der Raumluft eine wesentliche Bedeutung für Gesundheit und Wohlbefinden zu.

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Beschreibung

Dr. Detlef Bock: Standardisierte Analyse und Sanierung von Schimmelpilzschäden in Innenräumen

Da sich der moderne Mensch den größten Teil des Tages – etwa 20 Stunden – in geschlossenen Innenräumen aufhält, kommt der Qualität der Raumluft eine wesentliche Bedeutung für Gesundheit und Wohlbefinden zu. Eine gute Luftqualität hängt nicht nur davon ab, wie und wie oft die Bewohner lüften, welchen Aktivitäten sie nachgehen, und welche Haushaltschemikalien angewendet werden.

Auch im Zusammenhang mit Feuchteschäden können im Innenraum erhebliche Belastungen mit Schimmelpilzen auftreten, die zu gesundheitlichen Problemen führen können.

Da man laut UMWELTBUNDESAMT (2005) davon ausgehen muss, dass Schimmelpilze gesundheitliche Probleme verursachen können, es aber nicht möglich ist, tolerierbare Schimmelpilzkonzentrationen festzulegen, sollte aus Vorsorgegründen jede Schimmelpilzquelle im Innenraum als hygienisches Problem betrachtet und beseitigt werden.

Schimmelpilzschäden, die durch Schimmelpilzwachstum in/an Bauteilen und Oberflächen entstehen, sind im Innenraum ein bedeutendes hygienisches Problem. Schimmelpilzschäden können wertmindernde, gesundheitsgefährdende oder nutzungseinschränkende Folgen haben.

Dabei ist laut UMWELTBUNDESAMT (2002) zu beachten, dass Schimmelpilzschäden sichtbar und/oder nicht sichtbar und/oder verdeckt vorliegend sein können. Dabei werden Schimmelschäden bereits ab einer befallenen Materialfläche von 0,5 m2 einer großen Biomasse zugeordnet und als Kategorie 3-Schaden identifiziert.

Zur Erfassung und Bewertung von Schimmelpilzschäden gibt es laut VDI (2008) kein Standardverfahren. Die Vorgehensweise, der Untersuchungsumfang und die Untersuchungsverfahren sind abhängig vom jeweiligen Anlass und der Aufgabenstellung.

Für die Erfassung und Bewertung von Schimmelpilzquellen in Innenräumen sind Begehungen durch sachverständige Personen vor der Messung unverzichtbar. Die mit der Durchführung befassten Fachleute sollten neben bautechnischen und bauphysikalischen Kenntnissen auch über ausreichendes Fachwissen in den Bereichen Innenraumlufthygiene und Mikrobiologie verfügen. Untersuchungen erfolgen mit dem Ziel der Ermittlung von Schimmelpilzquellen in Innenräumen.

Zur Absicherung von Augenscheinbefunden und Klärung von Verdachtssituationen stehen dem Sachverständigen verschiedene messtechnische Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Dabei handelt es sich um Verfahren zur Ermittlung der Schimmelpilzkonzentration in Materialien oder an Materialoberflächen, zur Messung der Schimmelpilzkonzentration in der Raumluft und zur Bestimmung der Schimmelpilzkonzentration im Hausstaub.

Anlass für eine mikrobiologische Untersuchung des Innenraumes können sein:

  • sichtbare Schimmelpilzschäden
  • Materialfeuchtigkeit ohne sichtbaren Schaden
  • bauphysikalische Auffälligkeiten ohne sichtbaren Schaden
  • gesundheitliche Beschwerden ohne sichtbaren Schaden
  • Geruchsbelästigung ohne sichtbaren Schaden
  • Kontrolluntersuchungen während und nach einer Sanierung

Bei sichtbaren Schimmelpilzschäden mit bekannter Ursache steht die Sanierung mit Ursachen-beseitigung im Vordergrund, mikrobiologische Untersuchungen sind in vielen Fällen nicht erforderlich. In Verdachtsfällen ohne augenscheinlich erkennbare Quellen kann geprüft werden, ob eine erhöhte Schimmelpilzkonzentration im Innenraum vorliegt.

Laut ROBERT-KOCH-INSTITUT (2007) ist anhand einer qualitativen Expositionsabschätzung eine grobe Einstufung der gesundheitlichen Gefährdung der Raumnutzer möglich. Um das Gesundheitsrisiko dann einzugrenzen, ist eine Differenzierung und der Nachweis einzelner Schimmelpilzarten erforderlich.

Bei einem nachgewiesenen Schimmelpilzschaden und diagnostizierter Schimmelpilzallergie oder vorliegender Immunsuppression ist von einer gesundheitlichen Gefährdung durch eine zusätzliche Schimmelpilzexposition auszugehen.

Da neuere Untersuchungen des UBA (2009) ergeben haben, dass bei Schimmelpilzbefall nicht nur Schimmelpilze sondern auch bestimmte myzelbildende Bakterien – so genannte Actinomyceten – in hohen Konzentrationen auftreten, wird gefordert, in jedem Fall Actinomyceten bei der künftigen Beurteilung gesundheitlicher Effekte durch feuchte Baumaterialien und Schimmelpilzbefall zu berücksichtigen.

Laut des aktuellen Forschungsvorhabens des UBA können gesundheitliche Wirkungen bei Schimmelpilzbefall auch durch Bakterien wie die Actinomyceten der Gattungen Streptomyces, Nocardiopsis, Nocardia, verursacht werden. Bei Untersuchungen wurde gezeigt, dass die auftretenden Actinomyceten und Extrakte der befallenen Baumaterialien schädlich für lebende Zellen in Zellkulturen sein können.

Bei fachgerechter Schimmelpilzsanierung (siehe hierzu den Schimmelpilz-Sanierungsleitfaden des UBA 2005) werden sowohl die Schimmelpilze als auch die Actinomyceten beseitigt, so dass für die Sanierung von Feuchteschäden mit Actinomyceten keine zusätzlichen Sanierungsmaßnahmen erforderlich sind. Dabei hat die Sanierung von Schimmelbefall in der Wohnung laut UBA (2009) fachgerecht und zudem ohne den Einsatz von Desinfektionsmittel zu erfolgen.

Diese neuen Erkenntnisse sollten eine besondere Verpflichtung zur fachgerechten Sanierung von Schimmelpilzschäden sein, damit keine sogenannten Altschäden entstehen können und über lange Zeit bestehen bleiben. Denn bei Altschäden, bei denen der Schaden zwar abgetrocknet ist und es nicht mehr zu einem Biomassezuwachs kommt, nimmt die Belastung der Umgebung nur langsam mit der Zeit ab.

Über Dr. Detlef Bock:

1981 nach Abitur, Bundeswehr und Universitätsstudium der Biologie, Chemie, Physik und Zellbiologie

1996 Gründung eines Sachverständigenbüro für Schadfaktoren in Innenräumen.

Arbeitsschwerpunkte:

Elektromagnetische Felder, Fogging, Schimmelpilze und Umweltschadstoffe

2001 Gründung des interdisziplinären Institut für Biologie, Bauen & Umwelt (IBBU)

Zahlreiche Vorträge und Veröffentlichungen in Fachzeitschriften

Organisation von Fachkongressen

Lieferung: Video-DVD; Spieldauer: ca. 30 Min.; Format: 16:9, produziert mit 1 Kamera

Zusätzliche Information

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