Verhaltenstherapiewoche 2009, Mainz

Psychische Störungen bei Mobbing, Burnout und Belastungen am Arbeitsplatz

Kann Arbeit krank machen? Führen Personalabbau und Rationalisierungen zu Zeitdruck und Überforderung? Sind dies letztlich Faktoren, die entscheidend zur Entwicklung psychischer und psychosomatischer Erkrankungen beitragen? Diese Fragen sind in den letzten Jahren zunehmend ins Blickfeld der Forschung geraten. Alarmierend sind die Statistiken der Krankenkassen, wonach Arbeitsunfähigkeitszeiten aufgrund einer Diagnose aus dem F-Kapitel der ICD-10 sowohl prozentual als auch absolut steigen.
Psychische Störungen zählen heute zu den sechs wichtigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit. Neuere Studien zeigen, dass vor allem hoher Zeitdruck, geringer Handlungsspielraum und mangelnde soziale Unterstützung in Verbindung mit der Entwicklung psychopathologischer Symptome stehen. In manchen Fällen treten in diesem Zusammenhang aber auch psychische Erkrankungen auf, die eine psychotherapeutische Behandlung indiziert erscheinen lassen. Daher sind in den letzten Jahren vermehrt arbeitsbezogene psychotherapeutische Angebote entwickelt worden.
Der „Burnout“-Begriff wird heute sowohl in der Alltagssprache als auch in vielen psychotherapeutischen Einrichtungen bereits als Diagnose-Äquivalent verwendet – doch wie schlüssig und therapeutisch tragfähig sind die mit dem „Burnout“ assoziierten Konzepte wirklich? Weisen Mobbing-Opfer spezifische Persönlichkeitsmerkmale auf und wie kann der Fortgang ihrer beruflichen Entwicklung von Psychotherapie profitieren? Wie kann man arbeitsspezifische Aspekte wirksam und ressourcenorientiert in eine Psychotherapie integrieren? Die diesjährige Eröffnungsveranstaltung soll mögliche Antworten auf diese und andere Fragen geben und Einblicke in spezifische psychotherapeutische Angebote gewähren, die explizit unter Einbezug einer Arbeitsplatzproblematik arbeiten.

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